Der Mensch Roger Voigtländer

Leben in zwei Welten

Geboren und aufgewachsen bin ich als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in der Bauhausstadt Dessau. Nach dem Abitur leistete ich von 1981 bis 1983 den Grundwehrdienst ab und wollte anschließend Psychologie studieren, jedoch wurde ich nicht zum Studium zugelassen. So arbeitete ich als Krankenpfleger, Telegrammbote und Monteur. 1989 schloss ich eine Berufsausbildung zum Montageschlosser ab.

Im Oktober 1989 dachte noch niemand an den Mauerfall, weil sich die SED weiter an die Macht klammerte. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Mit dem festen Willen, die DDR grundlegend zu verändern, mit viel Mut und dem in dieser Ausnahmesituation notwendigen Maß an Naivität habe ich in Dessau mit anfangs nur wenigen Entschlossenen die SPD an den Start gebracht.

Rückblickend war dies die aufregendste Zeit meines Lebens.

In meine neue Heimat Paderborn hat mich die Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen (ZVS) geschickt. Dass ich hier als mittelloser Student – eine Hochschulausbildung wurde mir in der DDR verwehrt – kostenfrei und mit BAföG-Unterstützung ein Studium beginnen konnte, ist eines von vielen Ergebnissen des sozialdemokratischen Ringens um Chancengleichheit in unserem Land.

Seit 31 Jahren ist Paderborn mein Lebensmittelpunkt. Hier habe ich eine Familie gegründet, hier wurde mein Sehn Felix geboren und hier lebe ich seit meiner Scheidung mit meiner Lebenspartnerin Astrid Leutloff – und hier habe ich in der SPD meine politische Heimat gefunden.

Roger Voigtländer beim Bundestagswahlkampf 2021
Roger V. im Einsatz beim Bundestagswahlkampf 2021

 

Warum ich Sozialdemokrat bin

„Politik heißt: etwas wollen. Sozialdemokratische Politik heißt:

Veränderungen wollen, weil Veränderungen Verbesserungen verheißen.“

Olof Palme, sozialdemokratischer schwedischer Politiker,

Ministerpräsident von Schweden 1969 – 1976, 1982 – 1986

 

Von den Sozialgesetzen bis zur Agenda 2010: Die gesellschaftliche Weiterentwicklung kommt in den letzten 150 Jahren im Wesentlichen von der Sozialdemokratie oder wird von ihr vorangetrieben. Wir stellen Fragen, finden Antworten und Lösungen, auch wenn diese unbequem oder unkonventionell sind.

 

Eines von vielen Beispielen ist der Mindestlohn. Im Januar 2015 hat ihn die SPD gegen erhebliche konservative und liberale Widerstände durchgesetzt. Wenn wir soziale Projekte anpacken, sind sie für unsere politischen Mitbewerber immer zu teuer und zu links. Falls es dann aber doch funktioniert, der soziale Friede erhalten bleibt und sogar die Kaufkraft steigt, werden selten Dankesreden an uns adressiert. Auch die schrittweise Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro und zum 1. Oktober 2022 auf 12,- Euro ist der SPD zu verdanken.

Sozialdemokrat bleibt man ein Leben lang. Mir gefällt die Idee, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung, die gleichen Chancen haben sollen und dadurch in die Lage versetzt werden, ihr Leben selbst zu gestalten und zu verbessern.